Test Capture One Pro Version 12

Da das Bildbearbeitungsprogramm Capture One, im Folgenden C1, neuerdings recht stark beworben wird und als mögliche Alternative für die Abonnementversionen von Adobe mit ihren Problemen insbesondere für Hobbyfotografen interessant ist, habe ich die Testversion Capture One Pro Version 12 installiert und habe diese erprobt.

Ich arbeite mich im Allgemeinen intuitiv in neue Programme ein, das fällt mir bei diesem Programm schwer.


Total belastend finde ich, daß ich regelrecht belästigt werde mit Katalogordnern und Sitzungsordnern, selbst wenn ich programmeigene Ordnungssysteme gar nicht nutzen möchte.
Besonders störend finde ich, daß dieses aufdringliche Verhalten auch noch Spuren hinterläßt, die ich mühselig wieder beseitigen muß. Es werden Ordner angelegt, wo Capture One an sich nichts zu suchen hat.


Bei Capture One ist das Öffnen eines Bildes sehr umständlich, für mich nicht intuitiv. Ich habe zunächst eine neue Sitzung eröffnen müssen und dann in den Ordner navigieren müssen, in dem das zu öffnende Bild ist, dann erscheint das Bild auch nach einiger Zeit und es sind wieder 2 Ordner in dem Verzeichnis von C1 generiert worden, die ich wieder löschen muß, weil ich sie nicht benötige.
Sicher kann man sich an Vieles gewöhnen, aber der erste Eindruck ist diesbezüglich nicht gut.


Wenn ich das Programm Capture One nur als Bildbearbeitungsprogramm einschließlich Raw-Converter nutzen will, ist es für mich umständlich zu handhaben und total überladen.


Da ich seit 2014 als Dateisystem Adobe dng nutze, begrüße ich, daß Capture One dieses Format auch unterstützt (ich habe dazu schon kurz berichtet).
Ich habe mich deshalb damit etwas näher beschäftigt.

Ausgangspunkt ist ein älteres .arw-Raw-File aus der Sony RX100.

Zunächst das Ausgangsbild

Ausgangsbild arw-Raw-Datei der Sony RX100

Das Bild wurde mit Capture One und mit Lightroom in dng konvertiert, wobei jeweils die Schärfung auf null gesetzt und die Helligkeit, die geringfügig unterschiedlich war, angeglichen wurde.

Das Bild mit Lightroom in dng konvertiert
das Bild mit Capture One in dng konvertiert

………………………………………………
Abgesehen von geringen Tonwertunterschieden, die ausgleichbar sind, sind keine Unterschiede zu erkennen.

Wenn ich das Bild aus C1 in jpg oder tif exportiere, sind die Tonwerte stark unterschiedlich zum in C1 angezeigten Raw-Bild und in anderen Programmen.
Das Ausgangsbild in C1 vor der Konvertierung sieht richtig aus.
Möglicherweise mache ich etwas falsch, aber wenn man mit einer Testversion wirbt, sollte so etwas nicht passieren können.

Ausgangsbild mit Capture One in dng konvertiert
Ausgangsbild mit Capture One in jpg oder tif konvertiert

………………………………………….
Jetzt wurde das mit Lightroom generierte dng-Bild nach C1 importiert, mittelmäßig geschärft, weiter keine Bearbeitung und dann als dng-Bild exportiert. Die Tonwerte sind verändert, rot ist viel zu stark.

Bild als LR-dng in C1 mittelmäßig geschärft, dann als dng exportiert
Ausgangsbild als LR-dng

 

…………………………………………
Noch erwähnenswert ist, daß die Dateigröße  der dng-Datei in Capture One bedeutend größer ist als die dng-Datei in Lightroom,
im Beispiel etwa 40 zu 24 MB.
Außerdem wird nur ein winziges jpg-Vorschaubild eingebettet, bei Lightroom kann das wahlweise auch in voller Größe eingebettet werden. Vorschaubilder in voller Größe haben den Vorteil, daß die Anzeige bei entsprechender Einstellung des Bildbetrachterprogrammes rasant schnell geht, weil das Bild fertig ist, nur aufgerufen werden muß, also nicht erst wie das dng jedesmal entwickelt werden muß.

Für mich ist ein weiterer Nachteil von Capture One, daß in sein dng scheinbar nur raw-Files eingebettet werden können.

Dann habe ich versuchsweise das C1-dng  in Photoshop Elements geöffnet, geht über den Raw-Konverter, dort Bild öffnen, geöffnetes Bild in Ordnung.
Jetzt Bild geschlossen, ohne abzuspeichern, das dng wird so verändert, daß nur noch eine winzige Vorschau zu sehen ist, und es ist zu sehen, daß sich die Größe der dng-Datei etwas verändert hat, obwohl ich wie gesagt keinerlei Speicherung durchgeführt habe.


Normalerweise erwarte ich, daß ein Format dng unabhängig vom Hersteller gleich ist. Wenn ich jpg oder tif hernehme, dann gehe ich davon aus, daß die Formate unabhängig vom Hersteller gleich sind und das sind sie auch.
Beim dng-Format von Capture One und Adobe ist das nicht so.


Wenn ich die Dateien editiere und nach bestimmten Begriffen suche, z. B. die Werte der Steller, so stelle ich fest, daß es da grundlegende Unterschiede gibt.
Im Beispiel habe ich das arw-Ausgangsbild in Capture One maximal, also mit 1000, geschärft, das Ergebnis in C1 ist extrem/übertrieben scharf.
Als dng exportiert und in Lightroom geöffnet, ist das Bild nicht geschärft, und die Steller unter Details (Überschrift ist bei C1 und Lr gleich) insbesondere Stärke fürs Schärfen stehen bei null bzw. kleinen Werten. Der Wert von C1, 1000 erscheint in Lr nicht.
Weitere Suche in C1, da gibt es Exportrezept, da kann man etwas anpassen, insbesondere zur Schärfe. Ergebnis Tonwerte nach grün verschoben…

Noch zur Schärfung, die Optionen bei Capture One finde ich gut, so lange man in Capture One bleibt, sind die Ergebnisse bzgl. Schärfen und Rauschen auch gut, wobei die Schärfung bei maximalem Wert übertrieben ist.
Bei Adobe kann man zu ähnlichen Ergebnissen kommen, die Einstellungen sind anders, vielleicht etwas umständlicher, da ich aber ohnehin mit Vorgaben arbeite, spielt das keine Rolle.
Außerdem kann bei Adobe mit den Schärfentools der Nik-Collection gearbeitet werden, mit denen auch sehr gute Ergebnisse erzielt werden können.


Aus meiner Sicht bietet Capture One mit seinem dng-Format erfreulicherweise auch ein non destructives Bilddateiformat an.


Das habe ich allerdings nicht weiter getestet.


Bezüglich erreichbarer Bildqualität habe ich in meinem hierzu schon erschienenen Beitrag versucht nachzuweisen, daß keine signifikanten Unterschiede erreichbar sind.


Zwischen den Raw-Konvertern von Adobe und von Phaseone sind bzgl. erreichbarer Qualität keine Unterschiede festzustellen.


Die dng-Formate von Adobe Lightroom und Capture One sind nicht kompatibel, d. h. das, was Adobe anstrebt, eine Vereinheitlichung der Raw-Formate, wird von Capture One nicht unterstützt, Capture One geht eigene Wege.


Also entweder Adobe Lightroom oder Phaseone Capture One verwenden, gemischt zu verwenden kann ich nicht empfehlen.


 

Raw-Konvertierung Adobe und Phase One

Da immer wieder zu lesen ist, daß der Raw-Konverter besser als jener ist, hier einige Überlegungen allgemein und Versuchsergebnisse zu Adobe Raw-Konverter/Adobe dng-Konverter und Capture One 12, Testversion der Firma Phaseone.

Ich selbst habe keine Ahnung, wie die Spezialisten die Software entwickeln, ich gehe aber davon aus, daß bei den hier genannten großen Firmen die Entwickler ähnliches Wissen und ähnliches Können haben, so daß auch ähnliche Ergebnisse zu erwarten sind, d. h. wesentliche Unterschiede hinsichtlich Qualität der Raw-Konvertierung zwischen Adobe und Phaseone erwarte ich nicht. Große Unterschiede bei den Ergebnissen würde bedeuten, daß die Entwickler die Probleme nicht voll erfaßt hätten. Das kann ich mir nicht vorstellen.

Sony RX100, Raw-File in Photoshop über raw-plugin konvertiert

Zunächst allgemein, Raw-Dateien sind heute nicht mehr völlig unbearbeitet. Ob Raw-Dateien überhaupt jemals gänzlich unbearbeitet waren, ist mir nicht bekannt.
Wesentliche Dinge wie bspw. Objektivkorrekturen werden in Raw-Dateien von Kompaktkameras bereits in der Kamera erledigt. Bei Kameras mit Wechselobjektiven ist das natürlich anders, denn da muß jedes Objektiv für sich korrigiert werden.

Ansonsten geht es darum, die je Pixel aufgenommenen Werte für die Tonwerte möglichst exakt in ein gängiges Dateiformat zu übertragen.
Tonwertkorrekturen sind dann schon der nächste Schritt, Bildbearbeitung.

Schärfen, Entrauschen gehört an sich auch zur Bildbearbeitung. Je nach dem ob vor oder nach der Raw-Konvertierung diesbezüglich eingegriffen wird, hat das natürlich Einfluß auf das sichtbare Ergebnis unmittelbar nach der Raw-Konvertierung.

Auf das Endergebnis hat das aber kaum einen Einfluß, d. h. ein Raw-Konverter, der nach der Konvertierung scheinbar bessere Bilder macht, muß nicht besser sein, als einer, der nicht so gute Bilder macht, vorausgesetzt es wurden keine grundlegenden Fehler gemacht, und das schließe ich siehe oben bei diesen Firmen aus.

Bei Adobe kann durch den Wechsel auf das Abonnementsystem der Raw-Konverter in älteren Bildbearbeitungsversionen nicht mehr aktualisiert werden, es muß der Weg über den dng-Konverter gegangen werden.
Der Arbeitsablauf ist dann


⇒ raw in dng mit Adobe dng-Konverter, dann Bildbearbeitung
….⇒ entweder weiter mit dng oder
……..⇒ man wandelt dng in ein anderes Format um


Bei Captore One kann man auch mit dng arbeiten, dieses dng verhält sich ähnlich wie das dng von Adobe, aber nicht gleich, ist aber auch ein non destructives Format.

Das dng-Format ist von Adobe, die Spezifikation ist offen, aber die Entwicklung der Software obliegt natürlich jedem Hersteller selbst, der dng verwendet.

Die dng-Formate von Adobe und Capture One sind kompatibel, wie umfassend, habe ich nicht getestet. Aufgefallen ist mir nur, daß bei Adobe Lightroom in dng viele Formate eingebettet werden können, so auch jpg, bei Capture One nicht, da ist das dng-Format offenbar so ausgelegt, daß nur Raw-Formate in dng gewandelt werden können.
Scheinbar wird nur ein kleines Vorschaubild eingebettet, ein großes, insbesondere in voller Größe wie bei Adobe kann scheinbar nicht eingebettet werden.

Bzgl. Aktualität ist es so, daß der dng-Konverter aktuell gehalten wird, wie das bei Capture One ist, weiß ich nicht. Das Raw-Format der Panasonic TZ91 wird jedenfalls mit der o. g. Version von Capture One nicht unterstützt, der Adobe dng-Konverter dagegen unterstützt das Raw-Format der TZ91.

Hier nur kurz die ergänzende Bemerkung, Silkypix, die Software für Panasonic, unterstützt natürlich die Raw-Dateien der TZ91, Ergebnisse siehe Beitrag.
Es lohnt sich also, die jeweils hauseigene Software der Kamerahersteller im Auge zu behalten.

Jetzt das oben gezeigte Bild als raw-File in Capture One in dng konvertiert.

Sony RX100, Raw-File in Capture One in dng konvertiert

Es sind in der Farbe/Helligkeit, also Tonwerten nur geringe Unterschiede, in der Auflösung keine.

Um das Ganze besser vergleichen zu können, habe ich mit Ausschnitten gearbeitet. Ich habe die Ausschnitte so gewählt, daß ich ohne Komprimierung das Limit von WordPress 2 MB nicht überschreite. Damit entstehen Ausschnitte, die auf meinem 4k-Monitor in der Vollbildansicht mit über 300% angezeigt werden.
Die Bilder wurden zwecks besserer Vergleichbarkeit von raw in tif, 16 bit gewandelt und bzgl. Schärfe, Rauschen jeweils nachbearbeitet, um etwaige Unterschiede bei der Konvertierung, die mit der Bildbearbeitung zu tun haben, auszugleichen.

Ausschnit aus dem Bild über Capture One konvertiert

Ausschnit aus dem Bild mit Adobe konvertiert

Ich mußte bei beiden Ausschnitten etwas korrigieren, damit die Bilder sich möglichst gleichen, nur Helligkeit, Kontrast, etwas Klarheit. Geschärft wurden beide gleich.
Und ich muß sagen, ich kann keine Unterschiede feststellen, insbesondere keine signifikanten, die bzgl. Qualität für den einen oder
anderen Raw-Konverter sprechen.

Dieses Ergebnis überrascht mich nicht, im Gegenteil, ich habe das erwartet.


Zwischen den Raw-Konvertern von Adobe und von Phaseone sind bzgl. erreichbarer Qualität keine Unterschiede festzustellen.


Raw-Konvertierung Panasonic TZ91

Da bei der Panasonic TZ91 die Raw-Ergebnisse zunächst nicht überzeugen konnten, habe ich zur Raw-Konvertierung einige Untersuchungen angestellt.

Weihnachtsmarkt in Coswig

Da ich die Raw-Konvertierung raw in dng mit dem Adobe dng-Konverter mache, habe ich zunächst nach Alternativen gesucht. Meist bieten die Kameralieferanten dazu selbst etwas an, von Panasonic das Programm Silkypix Developer Studio 4.4 SE.

Das Programm ist ein Raw-Konverter, der zusätzlich zur Konvertierung relativ umfangreiche Bearbeitungsmöglichkeiten anbietet, insbesondere zur Schärfung und zum Entrauschen.
Allerdings bietet das Programm als Ergebnisdateien nur jpg in außergewöhnlicher Vielfalt und tif an, d. h. nur destructive Formate.

Das ist für mich zwar zunächst ein Handycap, weil ich mit dem non destructiven Format dng arbeite, aber es ist bemerkenswert.

Das Programm sieht Vorgaben für bestimmte jpg-Varianten vor, die Ergebnisse bestechen durch geringes Rauschen und/oder hohe Schärfe.

Da ich normalerweise, siehe Beitrag raw oder jpg, mit jpg arbeite, vergleiche ich hier nur zwischen jpg.
Für Sonderanwendungen, bei denen raw günstiger ist, steht das tif-Format in 16 bit zur Verfügung. Darauf gehe ich hier aber nicht weiter ein.

Als Vergleichsbasis nehme ich die jpg-Dateien in höchster Qualität, so wie sie aus der Kamera kommen.

Das Programm Silkypix generiert aus den Raw-Dateien jpg-Dateien in unterschiedlicher Qualität, gekennzeichnet dadurch, daß einige Varianten bzgl. Dateigröße deutlich über die hinausgehen, die aus der Kamera kommen, und die sind schon verhältnismäßig groß.

Die Dateigrößen der jpg-Dateien für das Beispielbild sind:

……..raw                                                    ca. 20 bis 25 MB
……..dng über dng-Konverter       ca. 20 bis 22 MB
……..jpg aus der Kamera                  ca. 10 MB
……..jpg aus Silkiypix                         ca. 20 MB

Da bei jpg die Dateigröße auch ein gewisses Maß für Auflösung ist, kann man davon ausgehen, daß man mit Silkypix noch etwas mehr herausholen kann. Insgesamt ist die Dateigröße der jpg-Dateien bemerkenswert.

Um den Vergleich abzurunden, habe ich noch versucht, Schärfe und Rauschen in Adobe Lightroom so wie mit Silkypix hinzubekommen, es ist möglich, aber recht aufwendig. Bei Silkypix geht das Ganze durch die verschiedenen Vorgaben sehr schnell und einfach. Bei Lightroom geht das aber auch schnell, wenn man sich verschiedene Vorgaben selbst macht.

Damit der Beitrag noch etwas aufgelockert wird, stelle ich zwei Bilder gegenüber, eines über dng-Konverter, siehe oben, das andere über Silkypix.
Nicht nur, weil die Darstellung hier in WordPress seine Grenzen hat, sondern auch weil die Unterschiede tatsächlich sehr gering sind, bleibe ich bei jpg aus der Kamera, aber wissend, was es da noch so gibt.

Raw mit Silkypix in jpg

Raw mit Adobe dng-Konverter in dng und über Lightroom in jpg, spezielle Vorgabe für Schärfen

…………………


Der Vergleich der Raw-Konverter Silkypix und Adobe ergibt im Ergebnis praktisch keine Unterschiede, nur im Handling


 

Ergänzung zu raw-Format oder jpg-Format

Im 1. Teil meines Beitrages geht es darum, die Behauptung,

Sowohl das raw-Format als auch das jpg-Format bilden das Bereich völlig dunkel bis völlig  hell gleich ab.“

möglichst anschaulich zu belegen.

Es geht in diesem Teil nicht um andere Unterschiede zwischen raw und jpg.


Im 2. Teil meines Beitrages geht es darum, ob die Auflösung 8,8,8 bit, die jpg bietet, ausreichend ist. Das Beispiel mit dem Mittelgrau soll zur Veranschaulichung dienen. Das ist etwas knapp gehalten.
Deshalb möchte ich dazu noch etwas ergänzen.

Ich habe sehr viele Versuche durchgeführt und bin zu dem beschriebenen Ergebnis gekommen.

In meinem Beitrag „In welchem Dateiformat nehme ich meine Bilder auf und wie speichere ich sie ab“ gehe ich darauf ein, dass ich auch jpg-Dateien in dng einbette und dann in Lightroom bearbeite.

Lightroom/dng bedeutet non destructiv, heißt alle Bearbeitungsschritte gehen vom Ausgangsbild aus und werden als Befehle abgespeichert und können auch wieder rückgängig gemacht werden, also hier auch bei jpg.
Bzgl. Helligkeit kann in Lightroom um +- 5 Lichtwerte korrigiert werden.

Noch ein Hinweis, die Dateigrößen sind bei dng/jpg und dng/raw sehr unterschiedlich, bspw. die hier verwendeten Originale:

⇒ jpg etwa 10 MB
⇒ raw etwa 20 MB

d. h. raw und jpg wird selbstverständlich unterschieden.

Ganz wesentlich ist, dass ich die Bilder versuche, richtig zu belichten, so dass dann bei der Nachbearbeitung nur geringe Helligkeitskorrekturen erforderlich sind. Die Korrekturwerte bewegen sich im Zehntel Lichtwertbereich.

Für Bilder, die aus welchen Gründen auch immer, stark fehlbelichtet, bspw. unterbelichtet, aufgenommen werden, stößt  jpg bei der Korrektur an seine Grenzen, dort sollte dann  mit raw gearbeitet werden, das für die eingeengten Bereiche wesentlich mehr Auflösung bietet.

Der folgende Vergleich soll dazu dienen, ein Gefühl dafür zu
bekommen, wie sich bei Unterbelichtung und Helligkeitskorrektur jpg und raw zueinander verhalten.

Im Beispiel werden die Bilder zunächst mit 3LW unterbelichtet und anschließend um +3LW korrigiert.

⇒ Keinerlei sonstige Bildbearbeitung
⇒ raw und jpg aus Kamera
⇒ jeweils in dng umgewandelt
⇒ in Lightroom jeweils um +3LW korrigiert.

raw mit 3LW unterbelichtet

raw mit +3LW korrigiert

jpg mit 3LW unterbelichtet

jpg mit +3LW korrigiert

…………………….
Das könnte man vielleicht gerade noch mit jpg machen.

Jetzt die Versuche mit 4 und 5 LW Unterbelichtung. +- 5LW ist die Grenze sowohl in der Kamera Panasonic TZ91 als auch in Lightroom 5.

raw mit 4LW unterbelichtet

raw mit +4LW korrigiert

jpg mit 4LW unterbelichtet

jpg mit +4LW korrigiert

raw mit 5LW unterbelichtet

raw mit +5LW korrigiert

jpg mit 5LW unterbelichtet

jpg mit +5LW korrigiert

……………………
Es ist glaube ich deutlich zu erkennen, daß bei derartigen Unterbelichtungen das jpg-Format überfordert ist.

Bei meiner normalen Fotografie sind solch hohe Unterbelichtungen nicht üblich, Belichtungskorrekturen bewegen sich im Zehntelbereich.
Da hierbei die Unterschiede zwischen raw und jpg sehr gering sind, habe ich mich grundsätzlich für jpg entschieden.

Bei Ausnahmen, bspw. Belichtungsreihen, wähle ich allerdings raw.

Wie und womit ich meine Fotos bearbeite


Da ich meine Fotos seit 2014 in Adobe dng abspeichere, ist klar, ich bin an Adobe Lightroom gebunden. Das sehe ich aber nicht als Nachteil an.
Ich bearbeite also meine Fotos grundsätzlich nur noch in Adobe Lightroom.
Als Nachschlagewerk verwende ich Lightroom 5 von Scott Kelby.


Angefangen hatte ich mit Adobe Photoshop Elements 2, dann 5, bis 11.
Ich hatte auch einmal mit Ebenen gearbeitet, das aber nur für kurze Zeit, weil es mir recht umständlich erschien.
Jetzt verwende ich Adobe Photoshop Elements 13, weil ab dieser Version die Windows 10 Skalierung wirkt. Die Verwendung von Adobe PSE beschränkt sich aber auf absolute Ausnahmen.

Als ich mit Adobe PSE anfing, störte mich damals schon, daß Adobe eigene Organisationssystem zu verwenden. Deshalb habe ich auch bei PSE grundsätzlich den Organizer nie genutzt, gleich deinstalliert.

Bei Adobe Lightroom nutze ich das darin enthaltene Organisationssystem auch nicht.
Leider gibt es die Trennung wie bei Adobe Photoshop Elements nicht, d. h. man kann es nicht deinstallieren, sondern nur nicht nutzen.

Ich nutze bei Adobe Lightroom das Entwicklungstool, ggfs. das Druckertool und zum Importieren das Bibliothekstool.

Ich arbeite bei Lightroom mit Ordnern, was prinzipiell möglich ist (z. B. Scott Kelby erwähnt es), aber leider kaum angesprochen wird und auch nicht optimal ist. Adobe orientiert eben auf ein eigenes Ordnungssystem.

Da ich aber nicht nur fotografiere, sondern auch vieles Andere zu ordnen habe, verwende ich einheitlich die unter Windows dafür vorgesehenen Möglichkeiten.

Da ich schon mit DOS gearbeitet habe und mit Windows 3.11 angefangen habe, und nach 95, 98, 2000, XP, 8.1 heute bei Windows 10 bin, nutze ich seitdem die Commander wie Norton-Commander und heute aktuell den Totalcommander mit all seinen vielen Möglichkeiten.

Wie ich schon in meinem Beitrag raw oder jpg beschrieben habe, habe ich mich grundsätzlich für das jpg-Format entschieden und verwende das dng-Format, ich sage mal als Containerformat.

Damit mein Arbeitsablauf:


⇒ Bilder von den Karten der Kameras in ein Eingangsverzeichnis
.    bewegen

⇒ Bilder grob beurteilen, offenbar Ausschuß löschen

⇒ Bilder, die in Ordnung sind, nach Lightroom ziehen, importieren

⇒ Bilder unbearbeitet als dng-Dateien exportieren
.    damit sind die Bilder im Ausgangszustand im dng-Format erhalten,
   die jpg-Dateien werden gelöscht.
.    wichtig ist, unter den Voreinstellungen von Lightroom Vorschau in
.    voller Größe zu aktivieren, damit die Bilder nicht jedesmal entwickelt
.    werden müssen, sondern schnell angezeigt werden können.

⇒ anschließend kann dann mit der Bearbeitung der Bilder begonnen
.    werden


Nachdem ich mich jetzt einige Jahre teils recht intensiv mit Lightroom beschäftigt und viel damit gearbeitet habe, kann ich sagen, ich bin sehr zufrieden, ich kann eigentlich nicht sagen, daß ich dabei an Grenzen gestoßen bin. Auch das Nutzen eines externen Programmes, hier PSE, kann ich eigentlich vermeiden, denn es ist für dng tödlich.

Dadurch, daß ich dng nutze, und dng eben ein nicht destruktives
System ist, d. h. daß alle Änderungen immer auf das Ausgangsbild gerichtet sind, habe ich auch ein gewisses Verständnis für die Arbeitsgeschwindigkeit.
Trotzdem, obwohl ich nur Hobbyfotograf bin, nervt die langsame Arbeitsgeschwindigkeit in Zusammenhang mit dem 4k-Bildschirm schon etwas.

Abschließend noch Beispiele, die den Vorteil des dng-Formates zeigen sollen.

Ausgangsbild groß, letzte Fuchsienblüten Mitte November

Das Ausgangsbild groß hat eine jpg-Größe von voller Auflösung,
auf 1900 kB (wegen WordPress) begrenzt, das Original liegt bei etwa 10 MB.

Das Ausgangsbild im dng-Format wurde als Sepia bearbeitet und abgespeichert.
Dann wurde das Sepiabild wieder nach Lightroom importiert, dort zurückgesetzt, und man sieht, der Ausgangszustand ist wieder erreicht.

Ausgangsbild

als Sepia bearbeitet

nach “Zurücksetzen” in Lightroom

…………………….
Wenn man das Bild im jpg-Format oder einem anderen destruktiven Format als Sepia bearbeitet und abgespeichert hätte, wäre der Ausgangszustand verloren, d. h. aber, wenn man das Ausgangsbild erhalten möchte, müßte man einen neuen Namen vergeben. Das bedeutet aber, man hätte zwei Dateien statt einer.

Noch ein Beispiel:

Ausgangsbild

als Ausschnitt bearbeitet

nach “Zurücksetzen” in Lightroom

………………………………………………………………..
Wenn man bei der Bearbeitung Störendes wegschneiden möchte, kann man das im dng-Format tun, beide Ausschnitte sind in einem Bild enthalten.

Abschließend noch zur Darstellung der Bilder. Ich arbeite nahezu ausnahmslos mit Irfanview. Dadurch, daß ich in die dng-Dateien Vorschaubilder in voller Größe eingebettet verwende, erfolgt der Bildaufaufbau sehr schnell und entspricht dem jpg-Format ohne Einschränkung.

In welchem Dateiformat nehme ich meine Bilder auf und wie speichere ich sie ab

Da dieser Beitrag nüchtern beschreibt, wie ich handle, und ich das schlecht mit Beispielbildern auflockern kann, wenigstens am Anfang und am Ende ein Bild, das zwar nichts mit dem Beitrag zu tun hat, aber versuchen soll, den Stoff doch etwas aufzulockern.

Heißluftballon, Panasonic TZ91, ISO 80, Brennweite KB-äquivalent 720 mm

Meine Kameras bieten als Dateiformate jpg und teils raw an, “natürlich” in Hersteller spezifischen, sprich unterschiedlichen raw-Formaten.

Da ich zunächst annahm, daß raw besser als jpg ist, habe ich mich, wo es möglich ist, für raw entschieden, denn wer verzichtet schon gern auf etwas Besseres.

Da mir die unterschiedlichen raw-Formate auf die Nerven gehen, habe ich mich 2014 dafür entschieden, Adobe dng zu nutzen.

Zur Konvertierung der verschiedenen raw-Formate nutze ich den Adobe-dng-Converter, weil dieser aktuell gehalten wird, heißt neue raw-Formate werden zeitnah unterstützt.

Da ich mich stets damit beschäftige, was mit den einzelnen Programmen möglich ist, habe ich durch Probieren festgestellt, daß man auch andere Dateien in dng wandeln, eigentlich besser einbetten kann. Deshalb wandle ich auch jpg in dng, was allerdings nicht im Adobe dng-Converter möglich ist, sondern nur in Adobe Lightroom.

Ich verwende also 2 Arbeitsabläufe für die Aufnahmen:

raw ⇒
                ⇒ dng (mittels Adobe dng-Konverter) ⇒
                      ⇒ dng (weitere Bearbeitung in Adobe Lightroom)
                                                                                                                                         und
jpg ⇒
                ⇒ dng (mittels Adobe Lightroom) ⇒
                      ⇒ dng (weitere Bearbeitung in Adobe Lightroom)

So habe ich seit 2014 gearbeitet, d. h. bei den Kameras, bei denen raw unterstützt wird, habe ich raw-Format in dng gewandelt, bei der Canon, der einzigen von mir noch genutzten Kamera, die nur jpg unterstützt, habe ich jpg in dng gewandelt.

Durch einige Beiträge im Internet, durch sehr viele Versuche und zuletzt bei der Einrichtung meiner Webseite, wurde mir immer bewußter, daß raw eigentlich nicht erforderlich ist.

Letztendlich nach dem Kauf der Panasonic TZ91, die auch ein raw-Format unterstützt, habe ich mich entschieden,  nur noch das jpg-Format in der jeweils höchsten Qualität, respektive geringsten Kompression zu nutzen.
Raw-Formate lasse ich ab jetzt außen vor.

Damit nur noch dieser Arbeitsablauf:

jpg ⇒
                ⇒ dng (mittels Adobe Lightroom) ⇒
                      ⇒ dng (weitere Bearbeitung in Adobe Lightroom)


Ich nutze bei allen Kameras das jpg-Format in höchster Auflösung und höchster Qualität und wandle diese Dateien in das Adobe-dng-Format um und bearbeite sie in diesem Format mit Adobe Lightroom weiter


 

Sonnenuntergang, Sony RX100, ISO 800

Raw-Format oder jpg-Format ?

Warum ich mich für das jpg-Format entschieden habe ?


Sowohl das raw-Format als auch das jpg-Format bilden das Bereich
völlig dunkel bis völlig  hell gleich ab, allerdings mit unterschiedlicher Auflösung


Dazu Versuche, die Bilder sind mit der Panasonic TZ91 gemacht:

Beispielbilder in jpg und raw werden stark abgedunkelt und dann wieder aufgehellt. Die Ergebnisse nach dem wieder Aufhellen werden verglichen und beurteilt.

Da man in Lightroom die Helligkeit nur um +- 5 Lichtwerte LW verändern kann, wird ggfs. in einem destruktivem Format (dng ist dafür nicht geeignet, da non destruktiv) dazwischen abgespeichert und die abgespeicherte Datei neu geöffnet, damit der Helligkeitssteller jeweils wieder bei null steht.

Zunächst das Ergebnis mit jpg-Format:

jpg: links der Ausgangszustand, in der Mitte – 5 LW, rechts darauf + 5 LW

Es ist zu sehen, daß das Bild einigermaßen “gerettet” werden kann.

jpg: links der Ausgangszustand, in der Mitte – 10 LW, rechts darauf + 10 LW

Es ist zu sehen, daß das Bild nicht “gerettet” werden kann.

Jetzt das Ergebnis mit raw und jpg:

Da ich das Motiv von vorher in raw nicht habe, mußte ich auf die letzten Blumen im Garten zurückgreifen. Der Vollständigkeit halber deshalb auch noch das jpg-Ergebnis davon.

jpg: links Original, Mitte -10 LW, rechts darauf +10 LW

jpg: links Original, Mitte -15 LW, rechts darauf +15 LW

raw: links Original, Mitte -10 LW, rechts darauf +10 LW

raw: links Original, Mitte -15 LW, rechts darauf +15 LW

Es kommt eindeutig zum Ausdruck:


Sowohl das raw-Format als auch das jpg-Format bilden das Bereich
völlig dunkel bis völlig  hell gleich ab.


Nun zur Auflösung des abbildbaren Bereiches:

Bei dem jpg-Format kann das abbildbare Bereich mit 24 bit unterteilt werden, bei dem raw-Format ist das mehr, abhängig von der Kamera:

Olympus SH2          36 bit
Sony RX100            42 bit
Panasonic TZ91    36 bit


Die Frage war, reichen die 24 bit des jpg-Formates aus.


Dazu habe ich Mittelgrau mit einem bit Unterschied verglichen, dazu die Bilder nebeneinander.

Mittelgrau RGB(127,127,127)

Mittelgrau RGB(127,128,127)

 

 

 

 

 

Ich kann eigentlich keinen Unterschied feststellen.

Deshalb die beiden Bilder noch einmal direkt nebeneinander.

Mittelgrau, links RGB(127,127,127), rechts RGB(127,128,127)

Auch hier kann ich praktisch keinen Unterschied erkennen.


Da das raw-Format und das jpg-Format das von der Kamera aufgenommene Tonwertsprektrum gleichermaßen erfaßt und da die Auflösung des darstellbaren Bereiches in 8/8/8=24 bit für mich ausreichend ist, habe ich mich für die Anwendung des jpg-Formates entschieden.